Ein Shetty zum Verzweifeln- Bitte helft mir

Verhalten, Probleme, Tipps zum Umgang ... und das bitte ohne Gewalt!

Ein Shetty zum Verzweifeln- Bitte helft mir

Beitragvon Jenny » 16.09.2009 22:34

Hallo.bin neu hier und suche ganz dringend euren rat.
Hier kurz die Vorgeschichte:
Ich habe vor ca 3 wochen ein Shettie übernommen weil es zum Schlachter sollte.Sie (Stute ) ist ca 5 - 6 Jahre alt und war die letzten 4 Jahre an einem ca 3 meter langem Strick angebunden.Die Hufe hat der Vorbesitzer selbst verschnitten (trotz fehlender Ahnung ) und noch dazu kam das der Bruder des Vorbesitzers nur auf sie eingeschlagen hat(mit ohren umdrehen und so),daher hatte sie wenig vertrauen zu menschen(da sie mich schon kannte ist sie mir gleich nach 2 tagen nur noch hinterher gelaufen,kam kuscheln usw).Geputzt wurde sie grob geschätzt vielleicht 1 mal in 3 Monaten.Die söhne( 7 Jahre) der leute wurden einfach raufgesetzt ohne das sie sattel oder trense kannte.
Sie hat weder Muskulatur noch kennt sie sachen die eigentlich schon im Fohlenalter beigebracht werden.

Probleme:sie bleibt angebunden nicht stehen (tänzelt ständig hin und her ), hat anfangs die Hinterhufe nicht gegeben(das haben wir mittlerweile hinbekommen, klappt aber nur wenn sie einer festhält und sie streichelt),geht nicht an der Longe wobei mir gesagt wurde sie kann und kennt das, am strick interessiert sie sich mehr fürs fressen als für alles andere und legt die typische Zickerei an den Tag (stehenbleiben).Kennt weder Sattel noch Trense.

Im moment versuche ich sie zu bewegen in dem ich an der longe mit ihr über die wiese laufe(eigentlich nicht so schön aber wenigstens etwas).bin im moment glücklich wenn ich sie 5 minuten dazu kriege sich zu bewegen.
Das Ziel was ich mir gesetzt hab ist sie soweit zu kriegen das ich meine Tochter raufsetzen kann und sie führen kann ohne das sie ausflippt.

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar tipps geben.

Mfg Jenny
Jenny
 

Beitragvon Mini-Mary » 17.09.2009 11:42

Hallo Jenny,

erstmal muss ich dir sagen, dass ich es sehr schön finde, dass du dich diesem armen Wesen angenommen hast, auch wenn es ein ganzes Stück Arbeit bedeutet.

Aus der Ferne zu beurteilen, was wie gemacht werden muss, ist immer schwer.
Die Kleine sollte erst einmal lernen zwischen Arbeit und Freizeit zu unterscheiden. Auf der Wiese mit der Longe, das ist dann keine gute Idee und führt zu Missverständnissen, besonders da sie ja immer angebunden war und dann fressen durfte. die Longenarbeit kommt erst zum Schluss!!!

Ich würde mit einfachen Spaziergängen durch die Umgebung beginnen. (Vielleicht noch ein zweites, braves Pony mitnehmen wenn das geht). Auf diesen Ausflügen kannst du ihr die Grundregeln des "an der Leine laufen" beibringen, auch die Stimmkommandos. sobald etwas richtig gemacht wurde, viel loben!!! Und so einen Ausflug möglichst immer mit einer positiven Erfahrung, also einem guten Abschluss für das Pony beenden!
Was angebunden stehen, Hufe geben usw. angeht, das ist reine Übungssache und dauert manchmal seine zeit. Auch hier sofort überschwenglich loben, wenn etwas richtig gemacht wurde und Fehler ignorieren bzw. mit einem lauten NEIN unterbinden!
Erst wenn das alles so funktioniert, dass du dich darauf verlassen kannst, würde ich mit Longenarbeit weiter mache, und das möglichst nicht dort, wo sie ihre Freizeit verbringt. Wenn du dafür keinen Platz hast, dann teile ein Stück der Wiese ab, damit sie da deutlich einen Unterschied bemerkt!

Würde sagen, das war's erst einmal, wenn du konkrete Fragen hast, dann einfach immer her damit! :wink:
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Beitragvon Jenny » 17.09.2009 21:23

@mini-mary:Erstmal danke für deine hilfreichen Tipps
Leider kann ich noch nicht mit ihr spazieren gehen da ich mich woher erst um die Versicherung kümmern möchte(das risiko is mir einfach zu hoch).Mit dem 2. Pony is das leider auch nix,da es hier im dorf keine weiteren Pferde gibt.Werde mir aber in den nächsten 2 - 3Jahren noch ein Großpferd dazu stellen(endlich meinen Lebenstraum erfüllen).denke das wird ihr ganz gut bekommen.Ich habe mir überlegt mich langsam mit ihr an ein Scheutraining zu wagen, damit sie erstmal etwas angst verliert.

desweiteren habe ich mich jetzt erstmal darum gekümmert das eine Hufpflegerin kommt und da erstmal reine macht.der nächste schritt wird dann der Tierarzt sein.sie kennt beides noch nicht.

Ansonsten versuche ich jeden Tag 1- 2 Mal mir ihre Hufe geben zu lassen damit sie das ausbalancieren lernt.aufhalftern lässt sie sich mittlerweile auch ohne probleme(für mich ein wunder da sie ihr altes halfter die 4 Jahre durchgängig um hatte und dazu noch verkehrt herum)

Mache mir schon selbst vorwürfe da ich mich in meinem 11 jahren reiterfahrung nur mit ausgebildeten Pferden befasst habe.Hab mir heute die Telefonnummer von ner Bekannten geben lassen.sie ist gelernte Pferdewirtin.hoffe sie wird mir etwas helfen.

Für weitere Tipps bin ich natürlich sehr dankbar.

Liebe Grüße
Jenny
Jenny
 

Beitragvon Mini-Mary » 18.09.2009 13:20

Im Grunde kann ich dir nur den Tipp geben, auf deinen Bauch zu hören und einfach auch Geduld zu haben.
Pferdewirtin schön und gut, kommt auf die Personen an, denn viele "Profis" stecken die Pferde nur in eine Schablone und wollen sie nach Chema-F behandeln und das funktioniert oft genug einfach nicht.
Deine Idee mit dem Scheutraining ist gar nicht schlecht. Zusammen etwas erleben und lernen, in langsamen und einfach Schritten, das schweißt zusammen und gibt Vertrauen und das ist die Basis für alles Weitere!
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